Kommunisten und Gewerkschaften

Bildungszeitung von September 2003

Vor wenigen Monaten wurde der Streik für die 35 Stunden Woche in Ostdeutschland vom Gewerkschaftsvorsitzenden Klaus Zwickel im Alleingang abgeblasen. Danach entbrannte in der IG Metall angeblich ein Streit um die Führung zwischen dem Traditionalisten Jürgen Peters und dem Reformer Huber. In den Medien fand und findet die ganze Auseinandersetzung entsprechende Resonanz. Denn schon seit Monaten tönt es von der Springer Presse bis hin zum Spielgel: DGB gleich Deutschlands größter Bremser. Was macht denn nun die Gewerkschaft eigentlich böses, dass sie von allen Seiten so angegriffen wird?

Der von den Gewerkschaftsbossen großmundig angekündigte Kampf gegen den Sozialraub der Bundesregierung kann die Presse ja nun nicht gerade zu diesem Angriff ermuntert haben. Viel ist ja noch nicht passiert. Und die Tarifabschlüsse der letzten Zeit haben sich zwar etwas verschärft und es ist zu einzelnen Streiks gekommen, dennoch sind die Unternehmen noch ziemlich billig bei weg gekommen. Es muss also einen anderen Grund geben. Genau um diesen Grund geht es in dieser Bildungszeitung.

Die Gewerkschaften sind die Organisation im Klassenkampf in der sich die Arbeiterklasse zusammen schließt um die mörderische Konkurrenz zwischen den Anbietern der Ware Arbeitskraft aufzuheben. Die Gewerkschaften führen den Kampf um mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen, dass bedeutet aber für die Unternehmer gleichzeitig weniger Profit. Diese Frage näher zu beleuchten ist eine Aufgabe die wir uns mit dieser Bildungszeitung gestellt haben.

Wir wollen aber auch klären wo die Grenzen für rein gewerkschaftliche Aktivitäten sind und warum ein politischer Kampf für den Sozialismus notwendig ist. Die Rolle, die die Gewerkschaften in diesem Kampf einnehmen wird ebenso versucht zu klären, wie die Aufgaben die SDAJler in den Gewerkschaften haben. Natürlich fehlt auch in dieser Bildungszeitung nicht ein Teil zur Geschichte.

Aber nun zurück zur Ausgangsfrage. Die Gewerk- schaften sind nach jahrelanger Sozialpartnerschaft und den Brotkrumen vom Tisch des Kapitals müde gemacht worden. Viele Funktionäre würde lieber nur noch Dienstleistungen für ArbeitInnen anbieten als in einer Kampforganisation zu sein. Das schwächt natürlich die Kampfbereitschaft und die Basis wird so zurückgehalten. In dieser Situation versuchen die Gegner den Gewerkschaften den Todesstoß zu versetzen. In Würzburg zerreißen SPD-Leute Gewerkschaftsflugis und der Bundeskanzler geht auf klaren Konfrontationskurs:

„Ihr werdet es nicht schaffen, wenn ihr glaubt, dass alles so bleibt, wie es ist.“

Dem kann man eigentlich nur beipflichten! Es geht für uns auch darum der Medienhetze gegen die Gewerkschaften ideologisch entgegenzuwirken. Denn wenn sich die Gewerkschaften nicht von der Umklammerung durch die SPD lösen und zum Kampfinstrument der Arbeiterklasse werden, hat Schröder recht. Nur wenn Deutschlands Größter Bremser die Kampfansage des Kapitals aufnimmt und sich auf die kämpferischen Traditionen besinnt kann sich in diesem Land etwas zum besseren Verändern und die Gewerkschaft gestärkt werden. Auch dazu will diese Bildungszeitung ihren Beitrag leisten.

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