Imperialismus

Bildungszeitung von Dezember 2009

Die Bundeswehr führt weltweit Kriegseinsätze durch. In elf Länder schickt die Bundeswehr heute ihre Soldaten, nach Afghanistan, auf den Balkan, in den Nahen und Mittleren Osten und nach Afrika. Wozu dient diese Kriegspolitik? In den „Verteidigungspolitischen Richtlinien“ von 1992 heißt es: Die Bundeswehr werde u.a. zur „Aufrechterhaltung des freien Welthandels und des ungehinderten Zu- gangs zu Märkten und Rohstoffen in aller Welt im Rahmen einer gerechten Weltwirtschaftsordnung“ eingesetzt. In ihrem Weißbuch der Bundeswehr schrieb die Bundesregierung 2006: Deutschland sei „im hohen Maße von einer gesicherten Rohstoffzufuhr und sicheren Transportwegen in globalem Maßstab abhängig”. Aus diesem Grund müsse „die Sicherheit der Energieinfrastruktur gewährleistet werden”. Es geht also um den Zugriff auf Erdöl, Erdgas, aber auch Metalle und andere Rohstoffe im Mittleren Osten, im Kaukasus, Afrika und anderen Orten der Welt mit militärischen Mitteln.

Wem nutzt diese Kriegspolitik? Sie nutzt deutschen Großkonzernen wie VW, Daimler Chrysler, Lufthansa, BASF, der Deutschen Bank und andere-n. Sie brauchen die Bundeswehr im Kriegseinsatz, um ihre Interessen auf dem Weltmarkt beim Wettlauf um Rohstoffe, Absatzmärkte, billige Arbeitskräfte durchzusetzen und ungehindert im Ausland zu inves- tieren. Der Umbau der Bundeswehr zur In- terventionsarmee, die weltweiten Kriegseinsätze der Bundeswehr sind somit nicht einfach Folge einer falschen Politik. Sie entsprechen den gegenwärtigen Interessen des deutschen Kapitals.

Diese Bildungszeitung dient zur Vorbereitung unserer Antimilitarismus-Kampagne „Bundeswehrfreie Zone“. Auf einer grundsätzlicheren Ebene als die Bildungszeitung „Militarisierung der Gesellschaft“ (2008) soll sie Aufschluss darüber geben, warum internationaler Konkurrenzkampf und Krieg kein Betriebsunfall im gegenwärtigen Stadium des Kapitalismus, dem Imperialismus, sind. Sie soll die ökonomischen Zusammenhänge aufzeigen, die zu einer weiteren Entwicklung des Weltmarkts geführt haben, und warum diese nicht zu einer Aufhebung der Konkurrenz zwischen den imperialistischen Staaten führen. Und sie soll anhand der unheilvollen Geschichte des deutschen Imperialismus zeigen, dass dessen Weltmachtstreben zu keinem Zeitpunkt ein Betriebsunfall gewesen ist, sondern den Interessen der deutschen Monopole entsprach.

Online lesen »
Herunterladen »

Zur Bildungszeitung »