Historischer Materialismus

Bildungszeitung von Februar 2003

Im Februar 2003 hatte das kommunistische Manifest seinen 155. Geburtstag. Ein Grund für uns sich das kleine Büchlein wieder mal vorzunehmen um festzustellen, dass es trotz seines Alters immer noch hochaktuell ist.

Das Manifest ist von Marx und Engels als Parteiprogramm des Bundes der Kommunisten geschrieben worden. Es kam im Februar 1848 kurz vor der versuchten bürgerlichen Revolution in Deutschland heraus und gilt seitdem als die Geburtsurkunde des wissenschaftlichen Sozialismus. Es beinhaltet eine Analyse der bisherigen gesellschaftlichen Entwicklung und die Orientierung der Kommunisten in den Klassenkämpfen. Wir haben in dieser Bildungszeitung nun ein Hauptaugenmerk auf einen, wenn nicht den zentralen Punkt im Manifest gelegt: die marxistische Geschichtsauffassung, den historischen Materialismus.

Die Anwendung dieses Werkzeuges, das Marx als den Leitfaden seiner Analysen bezeichnete, machte es dem Marxismus erst möglich die wissenschaftliche Weltanschauung der Arbeiterklasse zu werden. Denn der historische Materialismus gibt nicht nur die Möglichkeit die Geschichte und die Wirklichkeit wissenschaftlich zu analysieren sondern fordert auch immer zum Handeln auf. Eine Geschichtsauffassung, die die Gesellschaft als Geschichte von Klassenkämpfen und damit in ihrer Entwicklung betrachtet, gibt auch gleichzeitig die Anleitung zum Handeln: den Klassenkampf. Diese Anleitung zum Handeln wird von verschiedenster Seite immer wieder angegriffen. Nicht nur von Reaktion- ären, sondern auch von Links. Den einen geht es nicht weit genug den anderen zu weit und wieder andere lehnen ein Gerichtetheit der geschichtlichen Entwicklung ganz und gar ab. Deshalb in dieser Zeitung auch ein Abschnitt, wie im Manifest, zu den opportunistischen Strömungen.

Doch der historische Materialismus kann noch mehr. Er gibt erstmals in der Geschichte der Menschheit die Möglichkeit eines wissenschaftlich fundierten Ausblicks in die Zukunft. Und dies keinesfalls prophetisch oder weil das dann alles viel schöner wäre. Der Sozialismus ist damit von einer Wunschvorstellung für alle Menschen zur wissenschaftlichen Notwendigkeit für die Befreiung Arbeiterklasse und der gesamten Menschheit geworden. Oder wie Engels es sagt:

„Es ist der Sprung der Menschheit aus dem Reich der Notwendigkeit in das Reich der Freiheit.“

Und nun viel Spaß beim Lesen, Diskutieren und Weltverändern!

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